Mit seinem stacheligen Rücken und seiner gemütlichen Art gehört der Igel wohl zu den bekanntesten und beliebtesten Wildtieren unserer Heimat. Auch in Rauenberg und Umgebung ist der kleine nächtliche Gartenbesucher noch regelmäßig anzutreffen. Doch sein Lebensraum wird zunehmend kleiner.

Der bei uns heimische Braunbrustigel ist vor allem in der Dämmerung und nachts unterwegs. Dann macht er sich auf die Suche nach Schnecken, Käfern, Würmern, Raupen und anderen Kleintieren. Dabei kann er in einer Nacht erstaunliche Strecken zurücklegen. Tagsüber schläft er gut versteckt unter Hecken, Sträuchern, Reisig- oder Laubhaufen.

Wie viele Stacheln? 

Seine bekannteste Besonderheit sind natürlich seine Stacheln. Ein ausgewachsener Igel trägt mehrere Tausend davon. Bei Gefahr rollt er sich zu einer festen Kugel zusammen und schützt so Kopf, Beine und Bauch. Gegen seine heutigen größten Gefahren hilft ihm diese Strategie allerdings wenig: Straßenverkehr, Mähroboter, aufgeräumte Gärten und fehlende Rückzugsmöglichkeiten machen dem Igel zunehmend zu schaffen.

Jetzt beginnt eine wichtige Zeit!

Im Spätsommer und Herbst müssen sich Igel ausreichende Fettreserven für ihren Winterschlaf anfressen. Sobald die Temperaturen dauerhaft sinken und das Nahrungsangebot knapp wird, ziehen sie sich in ein geschütztes Winterquartier zurück. Besonders wichtig sind deshalb naturnahe Gärten mit Hecken, Laub, Totholz und ruhigen Ecken.

Wer dem Igel helfen möchte, kann dies ganz einfach tun:
Laubhaufen über den Winter liegen lassen, Durchgänge zwischen Gärten ermöglichen und auf Gifte sowie nächtlich fahrende Mähroboter verzichten. Auch flache Wasserschalen sind gerade in trockenen Zeiten hilfreich. Milch sollte man Igeln dagegen nicht anbieten – sie vertragen sie nicht.

Der Igel ist nicht nur ein sympathischer Gartenbewohner, sondern auch Teil eines vielfältigen und funktionierenden Ökosystems. Wo Igel noch ausreichend Nahrung und Verstecke finden, fühlen sich meist auch Wildbienen, Schmetterlinge, Käfer, Vögel und andere Kleintiere wohl – ein gutes Zeichen für einen naturnahen und vielfältigen Lebensraum.

Vielleicht raschelt es an einem der nächsten Abende im Laub. Dann lohnt es sich, einmal genauer hinzusehen, möglicherweise ist unser “Tier des Monats” gerade auf seiner nächtlichen Runde durch Rauenberg unterwegs.